11 Einkäufe

Montag war Madeleines Tag für Einkäufe, denn am Samstag erledigten zu viele andere Leute ihre Einkäufe. Mit fünf Taschen für ihre Einkäufe ausgerüstet, trat Madeleine den Weg an. Sie erledigte ihre Einkäufe immer in fünf Läden. Nachdem sie ihre Einkäufe erledigt hatte, war auch sie selbst stets erledigt. Mit einem Seufzer setzte sie die Taschen mit den Einkäufen vor dem Aufzug ab. Gott sei Dank gab es einen Aufzug, sonst hätte sie ihre Einkäufe auf zwei Tage aufteilen müssen. Für sperrige Einkäufe gab es Gott sei Dank ihren Nachbarn Marco und dessen Renault Mégane. In der Küche angekommen, stellte sie die Einkäufe vor dem Kühlschrank ab, da die meisten in den Kühlschrank kamen. Heute hatte sie € 98,58 für ihre Einkäufe ausgegeben. Von wegen keine Inflation! Lebensmittel wurden jeden Tag teurer. In ca. 10 Minuten brachte sie die Einkäufe im Kühlschrank und in den anderen Schränken unter. Effizienz! Wieder etwas geschafft.

– Erika Bedardi (© 2016)

(150 Wörter)

Die Autorin über diese Geschichte
Auslöser waren ein Einkauf zu Fuß in der prallen Augustsonne und Beobachtungen anderer Leute, die schwitzend ihre Einkaufstaschen schleppten sowie der Geistesblitz, in aller Kürze eine Art Oulipo-Übung zu schreiben, in der das Wort Einkäufe zehnmal vorkommen sollte. Letztendlich wurden es dann elf Einkäufe. Nur das Allerbanalste, Alltäglichste sollte Erwähnung finden. Ein bisschen wie in Raymond Queneaus Zazie dans le métro, obwohl das eher ein Vergleich zwischen einer Erbse und einem Kürbis ist.

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~ von ultrakurz - 22. August 2016.

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