Ich brachte Tee und Gebäck

Ach diese leidende Miene!
“Was soll mir das! Du weißt doch, dass ich Zucker vermeide – ist ungesund.”
“Ich wollte dir nur …”
“Und Tee soll anregen – ja, wenn mir das nur helfen würde.”
“Du hast doch früher gern Tee getrunken…”
“Früher! Ja, früher, als …”
“Als?”
“Als es mir noch gut ging.”
Wann ist es dir je gut gegangen.
“Dann nehm ich’s eben wieder mit.”
“Wieder eine Erinnerung daran, wie die Welt ist.”
“Ja, so ist nun mal die Welt.”
Voller guter Vorsätze, die an ehernen Panzern verquerer Psyche zerbrechen. In diesem Fall. Man soll nicht verallgemeinern.
“Ich verlasse deine Welt.”
“Ach!”

– Noémie Labaleye (© 2018)

Anmerkung der Autorin, die diese Ultrakurzgeschichte unter Pseudonym einreichte: “Eine winzige Charakterstudie, die auf einer etwas schwierigen Person beruht, mit der ich in der Vergangenheit durch Verwandtschaftsbande zu tun hatte.”

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~ von ultrakurz - 17. August 2018.

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