Aus dem Tagebuch einer Schildkröte

25.8.2015

Den Tag wieder mit Schläfrigkeit und Appetitlosigkeit begonnen. Während mein Kumpan Michelangelo allzu leicht, von dem neuen Kopfsalatblatt angelockt, sein Nachtlager an meiner Seite verließ und bald auch gierig in den Salat hineinbiss, konnte ich mich erst nach einiger Zeit und Überlegung aufraffen, in Richtung Futter aufzubrechen. Wo ich etwas Neues ausmachte, vermutlich Rettichblätter, das mir aber den Kohl auch nicht fett machte. Am meisten stört mich an unserer Lage das Eingesperrtsein in diesem traurigen Gelass. Ich verbringe Stunden damit, hinauszustarren und auf etwas zu warten. Bewegung. Freiheit. In Freiheit, da bin ich sicher, kehrte auch mein Appetit wieder zurück.

– Johannes Beilharz (© 2015)

100 Wörter.

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~ von ultrakurz - 25. August 2015.

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