Kleines manieriertes surrealistisches Theater

“Siehst du die Blume da?”
“Es ist eine kristallene Kerze, und sie ist nicht da, sondern dort.”
“Ja, es ein schwarzes Kreuz, das sich allmählich grünlich aus dem Grabe hebt. – ‘Näher mein Gott zu dir’.”

Die verkrüppelte Spätzin* saß ungerührt, während die hochmütige Krähe weiter gedankenvoll langsame Ringe aus ihrer Pfeife aufsteigen ließ. In ihren zärtlicheren, weniger streitsüchtigen Momenten nannten sie sich Dr. Johnson und Süße Louise.

Schließlich wurde die Stille der düsteren Bibliothek unterbrochen, als die Elritze im rot-weiß-karierten Schürzchen mit dem Silbertablett hereintrippelte**, um den 5-Uhr-Tee zu servieren.

* ihr fehlte ein Flügel
** auf dem Ende ihres Schwanzes

100 Wörter

– James Steerforth (© 2007)

Anmerkung
Die deutsche und erweiterte Version einer ursprünglich im Blog des Autors veröffentlichten englischen Ultrakurzgeschichte.

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~ von ultrakurz - 10. Dezember 2007.

4 Antworten to “Kleines manieriertes surrealistisches Theater”

  1. pass nicht hierhin, ich weiss. trotzdem, herzliche grüsse, frohe festtage und einen guten rutsch ins neue jahr.
    herzliche grüsse
    zores

  2. Danke dir, zores! Dasselbe wünsche ich dir auch!

    Herzliche Grüße,

    Surendra

  3. Interessante Idee.

  4. Ich organiniesier zur Zeit ein Theaterstufu an der Uni. Das Thema Surrealismus wird bald behalndelt werden. Ich würde gerne diesen Text als Beispiel verwenden, wenn der Autor nichts dagegen hat.

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