Draußen im Weltraum in einer Zukunft

Ein modernes Raumschiff ist ein ziemlich einfaches Gerät, weil es ja heutzutage so leicht ist, alles, was man so zum Leben braucht, ganz einfach bei Bedarf zu erschaffen.

Ein Fingerhut für eine uraltmodische Stopfarbeit? Stell ihn dir vor, und schon sitzt er dir auf dem Finger. Natürlich ist es viel einfacher, sich ein Wesen vorzustellen, das diese Arbeit übernehmen kann. Wie etwa ein paar dieser possierlichen Huggomuffins mit ihren blauen Kugelaugen, ihrem weichen roten Pelz und ihren Pinselohren. Sie arbeiten wie die Wilden, während sie aufgeregt miteinander zwitschern. Man muss immer mindestens ein Pärchen schaffen; wie Pferde sollten sie niemals allein sein.

Wozu aber überhaupt Socken tragen? Denk dir die Füße warm, und sie sind warm. Denk dir die Füße weg, und die gesamte Problematik erübrigt sich.

Denk dich satt. Dein Magen ist angenehm voll, gefüllt mit perfekt ausgeglichener Nahrung, die kein Sodbrennen, keine Blähungen verursacht. Essen und Verdauung sind aber natürlich sowieso nicht lebensnotwendig.

Wie steht’s jedoch um das Vergnügen? Um den Spaß am Anziehen, am Tragen von Socken, sogar von solchen, die nicht zueinander passen?

Um das Anfassen, das Betrachten, das Spüren, das Riechen von Wasser, Steinen, Bäumen, Blumen?

Um das Vergnügen am Essen verschiedenster Dinge. Rettiche. Gelbe Karotten, rote Karotten. Senf auf einem Brot mit Schinken. Schokolade. Äpfel, Zwetschgen, Mango. Kuchen. Fettucine Alfredo, obwohl Carla, Urururenkelin echter Italiener aus der Stadt Perugia im längst versunkenen Umbrien auf unserem zu Ende gegangenen Heimatplaneten Erde, behauptete, das wäre keine italienische Erfindung.

Du kannst dir vorstellen, dass du geliebt wirst. Aber ist es nicht viel schöner, wirklich geliebt zu werden?

Wie ich mir wünschte, diese Abkömmlingin echter Italiener wäre gerade jetzt hier bei mir, in diesem Raumschiff. In corpore, nicht nur in Gedanken.

Aber das sind die Grenzen des Wünschens und Schaffens. Selbst heute, in dieser fortgeschrittenen, nahezu perfekten Zeit.

James Steerforth (Copyright 2007)

Aus dem Englischen von Surendra Sparsh und mit Genehmigung des Autors auf 300 Wörter erweitert.

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~ von ultrakurz - 30. März 2007.

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